Aus Anlass der Paris Biennale 1975 vollzieht Matta-Clark mit seinem Team einen konischen Einschnitt durch ein mehrstöckiges Wohnhaus in der Rue Beaubourg, direkt neben dem sich im Bau befindlichen Centre Pompidou. Das Haus aus dem 17. Jahrhundert sollte der städtischen Umstrukturierung weichen. Auf einer 45°-Achse zur Strasse hin ausgerichtet, öffnet sich ein etwa 4 Meter großes Loch, das sich nach oben sehr exakt verjüngend durch Decken, Türen und Fenster hindurchwindet. Das Projekt war im Vorfeld in politischen Lagern sehr umstritten, weil man einerseits eine despektierliche Geste vermutete und andererseits die Vernichtung von Wohnraum beklagte.

[Quelle: Hamburger Kunsthalle]

Conical Intersect, 1975. 27-29, rue Beaubourg, Paris. Courtesy: David Zwirner, NY und Estate of Gordon Matta-Clark