Dennis Crompton, Mitglied von Archigram, schreibt rückblickend: This was the early 1960s (…), a time of great social and cultural change. We were concerned about the way that cities were being developed in the United Kingdom. The population of London (and the southeast of the United Kingdom) was predicted to expand at a tremendous rate for a variety of reasons (1).


Plug-In City, Max. Pressure Area Section, 1964, Archigram/ Peter Cook

Handkolorierter Druck, Farbfilm, 84 x 176 cm. Courtesy: Archigram Archives

Trotz des ernsthaften Hintergrunds ist Archigram zum Synonym für die Verbindung von Pop und Architektur geworden. 1961 erschien, herausgegeben von David Greene, Peter Cook und Michael Webb, die erste Ausgabe des Magazins Archigram in einer Auflage von 300 Exemplaren, gedruckt auf einem großformatigen Blatt. Die Zeitschrift war ein Low-Budget-Produkt, das sich aber voller Selbstbewusstsein als Sprachrohr einer jungen Generation von Architekten, Planern und Künstlern verstand und neue Lösungen für die anstehenden städteplanerischen Fragen präsentierte.

Plug-In City, Axonometric, 1964, Archigram/ Peter Cook

Handkolorierter Druck, Farbfilm, 61 x 59 cm. Courtesy: Archigram Archives

Wie die folgenden 8 ½ Nummern hatte das Blatt eher den Charakter einer Untergrundpublikation aus der Kunstszene als den eines Architekturmagazins: an die Stelle von Hochglanzpapier, eleganten Fotostrecken und sachlichem Journalismus traten bei Archigram Comics, ausschweifende Typographie, Poesie und knappe Statements (Archigram = Architektur & Telegram).

Plug-In City, City Synthesis, 1963, Archigram/ Dennis Crompton

Entwurfsmodell; Metall, Draht, Plastik und Papier. Courtesy: Archigram Archives

Mit der 1962 publizierten zweiten Ausgabe des Magazins stießen Warren Chalk, Dennis Crompton und Ron Herron, die zusammen beim London County Council arbeiten, zu der lose kooperierenden Gruppe. Aus der Arbeit an der Zeitschrift entwickelten sich bald auch gemeinsame architektonische Projekte wie die Ausstellung Living City im Londoner ICA, in der Archigram die Stadt als lebendigen Organismus inszenierte. Es folgten Projekte wie Walking City, Instant City und Crushicle. Mit Plug-in City, federführend von Peter Cook entworfen, und den Capsules von Warren Chalk stellte Archigram 1964 die Megastruktur schlechthin vor: gehalten von den diagonalen Verstrebungen der tragenden Struktur und durch kommunizierende Röhren miteinander verbunden, reihen sich Wohntürme, Bürostrukturen, Theaterwaben und Informationssilos. Bekrönt sind die Bauten von Kränen, mit denen sich die einzelnen Module leicht bewegen und austauschen lassen.


MR

(1) Dennis Crompton, Archigram: At Work, in: Martin van Schaik, Otakar Máčel, Exit Utopia, München 2005, S. 88